Schule
VS Laaer Berg
Klasse
3A
Klassenlehrerin
Roswitha Schmidt BEd.
Adresse
1100 Wien
Laaer Berg Str. 170

Ein Drache in Japan

Eines Tages borgte sich Ü von Ida ein Sprachlexikon aus.
Er flog damit aus dem Fenster und blätterte, ohne auf die Flugrichtung zu achten, neugierig darin herum. Aus Versehen landete er in Japan. Ida war die ganze Zeit hinter Ü und beobachtete ihn.
Zuerst verstand Ü in dem fremden Land kein einziges Wort, dann schaute er in das Lexikon. Endlich – nach langem Lesen – konnte er ziemlich gut Japanisch. Seine Flügel waren schon sehr müde, daher suchte er sich ein billiges Hotel.
Ida versteckte sich auch in Üs Zimmer. Auf einmal bemerkte Ü, dass ein Schrank in seinem Zimmer wackelte, und er machte ihn auf. Darin sah er Ida und ein Drachenbaby, die sich in einer Ecke zurückgezogen hatten. Zuerst erschrak Ü, aber dann freute er sich, dass seine Freundin da war.
Auf einmal konnte er eins und eins zusammenzählen und ahnte, dass Ida seine Mutter und das Baby sein kleiner Bruder war.
Neugierig fragte er Ida: „Büst du auch ein Drache?“
Ida lachte und antwortete: „Ja, um genau zu sein, bin ich die Königin unseres Volkes. Mein eigentlicher Name ist Chin-Cha.“
Ü traute seinen Augen und Ohren nicht. Plötzlich verwandelte sich Ida in einen rosa-schwarzen Drachen.
Ida, oder Chin-Cha, sagte: „Du bist mein erstes Kind. Ich sage meinen Dienern und Dienerinnen, sie sollen Bücher für dich bringen.“
Für Ü war das der schönste Tag der Welt.
Leise flüsterte Chin-Cha: „Komm mit, ich muss dir etwas zeigen.“ Majestätisch flog Chin-Cha durch ein Portal zu einem Drachentempel. Sie sagte: „Ich zeige dir jetzt deinen Vater.“
Üs Vater war ein japanischer Drache. Erfreut sagte er zu Ü: „Hallo mein Sohn, ich heiße Ko Jang.“
Erstaunt und neugierig starrte Ü ihn an.
Er war ziemlich länglich und schlank und seine harten Schuppen glitzerten türkis und rot. Chin-Cha meinte: „Ich glaube, ich lasse dich einmal eine Weile mit deinem Vater alleine, damit ihr euch kennenlernen könnt!“
Nach ein paar Minuten kam Ü ganz aufgeregt aus dem Portal heraus und teilte seiner Mutter mit, dass sein Vater ihm auch einen Tempel bauen lässt. Laut rief Ü: „Jujüüüüüü - und ich bekomme viel Platz für alle meine Bücher!“
So fand Ü seine Familie.