Schule
VS Martinsberg
Klasse
3./4. Schulstufe
Klassenlehrerin
Cornelia Ledermüller
Adresse
3664 Martinsberg
Martinsberg Nr.24
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Wer ist Ü?

Unser kleiner Geschichtendrache Ü war von den vielen Geschichten so begeistert, dass er immer höher und weiter fliegen wollte. Eines Tages war er aber so in seinen Gedanken versunken, dass er bei einer Laterne anflog und zu Boden fiel. Als er wieder zu sich kam, wunderte er sich über die vielen Leute um ihn herum. Sein Kopf schmerzte fürchterlich und er spürte, wie eine große Beule zu wachsen begann. Er bemerkte auch, dass sein Körper plötzlich ganz grau wurde. Alle Leute redeten durcheinander und Ü hörte, wie eine Frau den Tierschutzverein anrief. Er kannte sich überhaupt nicht aus und dachte:"Oh nein, bloß weg von hier!" Er nahm all seine Kräfte und erhob sich in die Lüfte. Er irrte einige Zeit umher und wusste nicht, wohin er fliegen sollte. Da fiel ihm auf, dass er nicht einmal mehr sagen konnte, wer er war."Wie heiße ich denn?", fragte er sich sehr besorgt. Unter ihm sah er gemütliche Parkbänke, und da er schon müde war, ließ er sich auf einer nieder. Neben ihm nahm ein Mann mit einer Zeitung Platz. Er ärgerte sich so über den Wetterbericht, dass er laut zu lesen begann:"Wettervorschau für die nächste Woche: weitgehend trüb, Gewittergefahr mit Sturm- und Hagelwarnung, Temperaturen fallen weiterhin ab,..."
Während der Mann las, bemerkte der Drache, dass seine Schwanzspitze auf einmal rot wurde. Er wunderte sich sehr und wusste nicht, wie ihm geschah. Nach dieser kurzen Rast beschloss er weiterzufliegen.
"Zum Muttertag
Liebe Mutter, in diesem Sack
sind viele Grüße zum Muttertag.
Auch Blumen habe ich dir gebracht.
Das Bild da hab ich selbst gemacht.
Und alles zusammen soll dir sagen:
Ich hab dich lieb-
auch an allen anderen Tagen.
(Friedl Hofbauer)
Was war denn das? Der Drache rief:"Ich liebe Gedichte, die reimen sich so schön!" Er entdeckte ein offenes Fenster bei einem großen Gebäude, darin saßen viele Kinder. Eines nach dem anderen übte das Muttertagsgedicht. Der Drache dachte:"Gedüchte sünd herrlüch." Plötzlich färbten sich seine Drachenzacken rot.Er kannte sich nicht aus:"Was bedeutet die rote Farbe, warum spreche üch denn auf einmal so komüsch?"
Da es langsam finster und spät wurde, musste sich der Drache einen Schlafplatz suchen. Auf einem Rauchfang fand er einen kuscheligen Platz. Es war ein Storchennest und in diesem machte er es sich gemütlich. Als ihm schon fast die Augen zufielen, hörte er durch den Kamin eine Gutenachtgeschichte. Zufrieden schlief er tief und fest. Am nächsten Morgen sprang er voll Freude auf und betrachtete stolz seinen bunt gefärbten Körper. Er schillerte in allen Regenbogenfarben. Er sprach:"Guten Morgen, üch habe herrlüch geschlafen. Wo üst denn Üda? Was mache üch denn hier ün diesem Nest?"
Er schwang sich in die Lüfte und steuerte direkt auf die Bibliothek zu. Ida sah ihn schon von Weitem kommen und freute sich riesig über diesen Anblick. Sie hatte sich schon große Sorgen gemacht.
Ü fiel Ida um den Hals und rief:"Üch bün Ü und üch bün froh, wieder zu Hause zu sein!"