Schule
Volksschule Wang
Klasse
1. Klasse
Klassenlehrerin
Gabriele Schmidt
Adresse
3262 Wang
Unterer Markt 16
  • Ü, die Wandertagsüberraschung Bild
  • Ü, die Wandertagsüberraschung Bild
  • Ü, die Wandertagsüberraschung Bild
  • Ü, die Wandertagsüberraschung Bild
  • Ü, die Wandertagsüberraschung Bild

Ü, die Wandertagsüberraschung

Endlich war er da, der heißersehnte Mai. Die erste Klasse ging endlich auf Wandertag. Das Ziel sollte eine Ruine mitten im Wald sein. Um halb acht versammelten sich alle im Schulhaus mit Rucksack und Wanderschuhen ausgerüstet. Frisch vergnügt und gut gelaunt marschierten die 21 Kinder Richtung Wald. Nach einer Stunde gelangten sie in einen sehr dichten Wald. Inmitten dieses Waldes befand sich die Ruine, das Ziel ihrer Wanderung. Nun war es Zeit für eine ausgiebige Pause. Die Kinder aßen ihre Jause, lauschten den Vögeln und erkundeten die Ruine. Plötzlich entdeckte ein Bub eine verwachsene, etwas größere Höhle unterhalb einer Ruinenmauer. Alle waren aufgeregt und gespannt, was sie da wohl entdecken würden. Einen Schatz, ein Skelett, Spinnen, Mäuse oder Ratten? Die Mutigsten trauten sich erste Schritte in die Höhle. Nach ein paar Schritten stockte ihnen allerdings der Atem. Nein, da war weder ein Schatz, noch ein Skelett, sondern da lag ein riesengroßes Ei. Mittlerweile war die ganze Klasse in der Höhle und starrte das Ei an. Sofort beschlossen alle das Ei in den großen Rucksack der Lehrerin zu stecken und es mit zu nehmen. Kinder und Lehrerin rätselten am Heimweg, was für ein Tier im Ei sein könnte. Ein Dino, ein Strauß oder vielleicht gar ein Drache? In der Schule angelangt entschieden alle, dass das Ei unbedingt ausgebrütet werden musste. Die Kinder brachten Hühner mit in die Schule und einige Väter bauten einen Hühnerstall mitten im Schulgarten. Das Ei wurde in den Hühnerstall gebracht, und die Hühner wechselten sich beim Brüten ab. An einem Dienstag war es soweit. Mitten in der Schulpause, als alle Kinder im Schulgarten waren, knackste die Eischale und ein grünes Wesen streckte seinen Kopf heraus. Welche Überraschung, ein Drachenbaby! Als der kleine Drache vollständig zu sehen war, rief er leise: „Überraschung!“ Voll Entzücken über den niedlichen Drachen näherten sich die Kinder dem Drachenbaby. Sie gaben ihm den Namen „Ü“, weil er als Inhalt eines Eies eine Überraschung war, wie eben bei Überraschungseiern so üblich. Ü war grün, gelb, schwarz kariert. Seine Brust und Hals waren orange. Auf dem Rücken und am Kopf hatte er gelbe Zacken. Noch hatte er keine Zähne im Maul und konnte auch noch kein Feuer speien. Er nahm tagtäglich am Unterricht der ersten Klasse teil und lernte schnell. Besonders das Lesen war seine Stärke, sodass er den Kindern bald jeden Tag eine Geschichte vorlesen konnte. Die Kinder waren darüber überglücklich und fütterten Ü mit ihren Pausenbroten. Aber bald wurde Ü sehr traurig. Obwohl er alle Kinder sehr in sein Herz geschlossen hatte, sehnte er sich nach seiner richtigen Familie. Er hatte immer öfters keinen Hunger mehr und weinte. Deshalb beschlossen die Kinder mit ihrer Lehrerin den Drachen in die geheimnisvolle Höhle am Fuße der Ruinenmauer zurückzubringen. Sie dachten, da es da ein Ei gab, gibt es vielleicht bei der geheimnisvollen Ruine auch noch andere Drachen. Dort angelangt, kamen alle aus dem Staunen nicht mehr heraus. Vor dem Höhleneingang saß ein großer Drache. Als dieser Ü sah, wedelte er freudig mit seinem riesigen Schwanz und ließ Freudenrauch aus dem Maul. Die Überraschung für Ü war geglückt. Als Dankeschön versprach Ü jedes Jahr für eine Woche in die Schule zu kommen und Geschichten vorzulesen.
Die Klasse wiederum besucht Ü regelmäßig und liest vor dem Eingang zur Höhle Geschichten vor. Seit dieser Zeit, und das ist jetzt keine Überraschung, gibt es nur mehr Freude am Lesen.