Schule
Volksschule 7 Villach Landskron
Klasse
3.a Klasse
Klassenlehrerin
Burgi Schönthaler
Adresse
9523 Villach Landskron
Landskroner Siedlerstraße 10
  • Im Tal der Drachen Bild

Im Tal der Drachen

Es war an einem nebeligen Novembertag. Lea beschloss in die Bibliothek zu gehen und freute sich darauf, wieder ein neues Buch auszuleihen.
Dort angekommen fiel ihr in einem Regal ein besonders schönes, in Leder gebundenes, alt aussehendes Buch auf. Darauf stand in großen Buchstaben: ZAUBERBUCH. Das klang spannend! Erfreut nahm Lea es an sich und lieh es aus.
Neugierig öffnete sie daheim dieses besondere Buch und ihr Blick fiel auf einen Zauberspruch: „ Ene mene mü, du bist beim Drachen Ü!“ Plötzlich wurden ihr die Glieder schwer und sie schlief ein. Als sie die Augen öffnete, sah sie vor sich einen Drachen, der unendlich traurig aussah. Lea fragte erstaunt: „ Wer bist du und warum weinst du? Ich bin Lea!“ „Mein Name ist Ü, ich bin der Geschüchtendrache. Ich kann nur fliegen, wenn mir jemand eine Geschichte vorliest, aber keiner hilft mir!“ Das ließ sich Lea nicht zweimal sagen und begann zu lesen. Da merkte sie, wie Ü langsam seine Flügel zu bewegte. Schließlich erhob er sich mit einem Freudenschrei in die Lüfte.
Lea war müde geworden, legte sich in eine Blumenwiese und schlief ein. Als sie erwachte, war sie wieder daheim. Sie hatte den Geschichtendrachen lieb gewonnen und beschloss, das Zauberbuch noch eine Weile zu behalten, um ihn wieder zu besuchen.
Am nächsten Tag nahm sie wieder ihr Zauberbuch und las: „Ene mene mü, du bist beim Drachen Ü“! Genau wie am Tag davor wachte sie direkt neben dem Drachen auf. Diesmal war er ganz unruhig: „Ich werde von anderen Drachen verfolgt! Schnell, bring dich in Sicherheit!“, jammerte er. Und wirklich! Auf einmal war ein gewaltiges Rauschen zu hören! Lea konnte sich in letzter Minute hinter einem Baum verstecken. Da sah sie eine riesige Drachenschar schnaubend auf Ü losfliegen. Der Geschichtendrache bat: „Lasst mich doch in Ruhe, ich habe euch doch nichts getan!“ Da blieb die ganze Armee stehen und alle schrien durcheinander: „Du bist unser Feind! Du bist grün und wir sind blau und haben lila Punkte! Du bist anders, wir wollen dich nicht!“ Da befahl ihnen ihr Anführer: „Bringt ihn zum Zauberer Merlin, er hat sicher eine gerechte Strafe für ihn! Wie kann man nur grün sein!“ Und sie packten den armen Ü und brachten ihn in Merlins Schloss.
Da stand nun der große, weise Zauberer und hörte sich an, was die lila Gepunkteten dem Geschichtendrachen vorwarfen. Er erklärte mit ruhiger Stimme, dass Ü ein Drache wie jeder
andere sei, nur eben grün. Er verlangte sogar, dass sie sich bei ihm entschuldigen sollten. Als Erste ging das hübsche Drachenmädchen Isabella auf Ü zu und reichte ihm die Hand. Die anderen taten es ihr schließlich gleich, flogen dann aber schnell davon. Nur Isabella blieb bei Ü und es war bald klar, dass sich die beiden sehr gern hatten.
Lea getraute sich nun wieder heraus aus dem Versteck. Ü rief erfreut: „Da bist du ja! Darf ich dir meine Freundin Isabella vorstellen? Das ist Lea, sie hat mir Geschichten vorgelesen und deshalb kann ich wieder fliegen!“
Alle drei waren glücklich und es war Zeit für Lea, wieder in ihre Welt zurückzukehren. Sie hatte ihre Aufgabe erfüllt und wusste, dass Isabella niemals mehr von Üs Seite weichen würde.
Als sie sich verabschiedet hatte, legte sie sich zufrieden in die Blumenwiese und schlief ein. Sie erwachte in ihrem Zimmer und sah das Zauberbuch vor sich liegen. Sie wusste, dass sie es nun nicht mehr brauchen würde. Fröhlich pfeifend nahm sie es, ging in die Bibliothek, gab es zurück und freute sich auf neue, spannende Bücher!